Risse im Haus und in der Familie: 3sat zeigt Dokumentarfilm „Was uns bindet“

Mainz (ots) –

Montag, 11. Oktober 2021, 22.25 Uhr

„Gerade als ich geglaubt habe, mit meinen Gefühlen für meine Eltern im Reinen zu sein, vererbt mein Vater mir und meiner Schwester sein altes Bauernhaus. Das Erbe soll uns wieder an jenen Ort binden, in dem wir aufgewachsen sind“, erzählt Filmemacherin Ivette Löcker über eine Rückkehr, die vieles verändert, auch ihren Blick auf die Eltern. Ebenso wie sich im baufälligen Haus Schimmel breitgemacht hat, zeigt das Familiengefüge Risse. Und doch wird alles noch zusammengehalten – es besteht die Möglichkeit, zu sanieren, die Risse zu kitten und die Substanz zu verstärken. Löcker filmt sich und ihre Familie beim Versuch, diese Möglichkeiten auszuloten, skizziert ein mutiges, bisweilen beklemmendes Familienporträt voller Zwischentöne und melancholisch-kopfschüttelnder Komik. 3sat zeigt „Was uns bindet“ (Österreich 2017) – Gewinner des Großen Diagonale-Preises 2017 – am Montag, 11. Oktober 2021, 22.25 Uhr, im Rahmen des „Dokumentarfilmherbstes in 3sat“ in deutscher Erstausstrahlung. Der Film ist sieben Tage vor Ausstrahlung und danach sechs Monate lang in der 3satMediathek unter https://3sat.de abrufbar.

Das Erbe soll vorzeitig aufgeteilt, begutachtet, für die Renovierung bereit gemacht werden. Wie ein Felsbrocken lastet es auf der Filmemacherin: Was verbindet die Familienmitglieder noch? Sind es vielleicht nur die gemeinsamen Besitztümer – das alte Haus, der Gemüsegarten, die Tenne?

Ivette Löcker, die jetzt in Berlin lebt, besucht ihre Familie im Lungau. Der Dokumentarfilm ist eine filmische Familienaufstellung, die auch zur Erzählung über das Leben auf dem Land wird und in der sich das Konfliktpotenzial unterschiedlicher Lebensentwürfe zeigt. Es ist ein spannungsgeladenes Porträt einer Familie, in der vieles unausgesprochen bleibt, manches zu oft gesagt wird und das plötzliche Umschalten von Distanz auf Nähe zum Hochkochen der Emotionen führt.

Obwohl seit Jahrzehnten emotional getrennt, leben Löckers Eltern nach wie vor unter einem Dach. Am Küchentisch vollziehen sich kleine Machtkämpfe, beinahe zärtliche Sticheleien, aber auch bittere Reminiszenzen an die verblasste erste Verliebtheit und an die Unwägbarkeiten eines geteilten Lebens. „Dann hat das Schicksal seinen Lauf genommen“, heißt es einmal, lakonischen Erinnerungsarbeit. Mitunter schmerzhaft werden materielle wie immaterielle Familienbünde sichtbar, die trotz der persönlichen Fokussierung einen universellen Kern aufweisen: Die unglückliche Ehe belastet immer noch – nicht nur das ehemalige Paar, sondern auch die drei Töchter.

Ansprechpartnerin: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 – 70-15952;
Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, [email protected]

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/dokumentarischerherbst

Akkreditierte Journalistinen und Journlisten können den Film als Video-Stream in der Mediathek des 3sat-Pressetreffs sichten: https://kurz.zdf.de/L3t/

Programm zum „Dokumentarfilmherbst“: https://kurz.zdf.de/MkE/

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Quelle: ots

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