Freeplay Kopfhörer » Ungereimtheiten bei den Möchtegern Airpods?

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Die Freeplay Kopfhörer sind derzeit groß im Gespräch. Zahlreiche Influencer bewerben das Produkt, sogar Oliver Pocher hat ein Video auf Instagram dazu gemacht. Aber was hat es mit den kabellosen Ohrhörern auf sich? Sind sie wirklich empfehlenswert? Das haben wir uns für Sie genauer angeschaut.

Freeplay Kopfhörer – Eine Übersicht

bluetooth kopfhörer

Auf den ersten Blick ähneln die Freeplay Kopfhörer den AirPods von Apple. Dass das kein Zufall ist, sondern der Verkäufer von der Bekanntheit der Apple-Produkte partizipieren will, dürfte wohl jedem klar sein.

Die kleinen Ohrhörer sind in drei verschiedenen Farben erhältlich und können per Bluetooth kabellos mit einem Smartphone oder einem anderen mit Bluetooth ausgestatteten Abspielgerät verbunden werden. Laut Hersteller soll die Kopplung sehr einfach sein.

Mit einer vollen Akkuladung, die nach einer Stunde Ladevorgang erreicht ist, sollen bis zu 5 Stunden Verwendungszeit und 130 Stunden Standby möglich sein. Auch ein kleines Mikro zum Telefonieren ist verbaut. Akustisch sollen die Freeplay laut Hersteller einen „klaren und reichen Klang“ bieten und keine Wünsche offen lassen.

Ungereimtheiten bei den Freeplay Kopfhörern

Auf den ersten Blick machen die Freeplay einen durchaus guten Eindruck. Schließlich gibt es Ohrhörer, die fast wie das Original von Apple aussehen, zum deutlich geringeren Preis. Allerdings birgt das Produkt beim genaueren Hinsehen doch einige Ungereimtheiten, die wir nachfolgend aufdecken.

Dreiste AGBs

Ein Blick auf die AGBs zeigt einige Dinge, die wir nicht gutheißen können und die Oliver Pocher in einem Video auf Instagram, in dem er vor dem Anbieter warnt und deren Unseriosität ebenfalls aufgreift. So ist es laut der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur bis zu zwei Stunden nach Bestellung möglich, diese abzubrechen.

Wer das Produkt erhalten hat, hat zudem 14 Tage Zeit, von seinem gesetzlich eingeräumten Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. Hier gibt es allerdings zwei Haken. Zum einen dürfen die Kopfhörer nicht entsiegelt sein, was einen Test unmöglich macht. Zum anderen muss der Kunde die hohen Rücksendekosten nach China selbst zahlen und dann darauf hoffen, dass der Anbieter den Kaufpreis zurückerstattet.

Insgesamt entsprechen die Rückgaberichtlinien nicht dem deutschen Recht. Zudem ist zu erwarten, dass es häufig zu Problemen bei Rücksendungen und Rückerstattungen kommt, wie auch einige Erfahrungsberichte von anderen Kunden belegen. Selbst auf den Käuferschutz von PayPal, eine der Zahlungsmöglichkeiten, ist beim Einkauf in China-Shops kein Verlass.

Ebenfalls zu beachten ist, dass zu dem Kaufpreis noch Zollkosten hinzukommen können. Denn der Versand erfolgt aus China. Zudem benötigen Sie im Falle einer Bestellung viel Geduld, da der Versand laut Anbieterangaben 10 bis 15 Werktage dauert.

Holpriges Deutsch

Ein weiteres Indiz für das unseriöse Auftreten des Anbieters ist die Webseite selbst. Diese ist zwar in deutscher Sprache lokalisiert. Allerdings ist das Deutsch sehr holprig und es finden sich viele Grammatikfehler sowie absolut unlogische Sätze.

Die ganze Webseite wirkt, als hätte der Betreiber einfach eine automatisierte Übersetzung verwendet. Das spricht nicht gerade für ein seriöses Vorgehen und zeigt, dass Kunden nicht ernst genommen werden.

Unzureichende Kontaktmöglichkeiten

Wer ein Problem mit den Kopfhörern bzw. der Bestellung hat, findet auf der gesamten Webseite keinerlei Telefonnummer für einen persönlichen Kontakt. Lediglich die E-Mailadresse [email protected] sowie ein Kontaktformular sind angegeben.

Das entspricht nicht nur nicht den gesetzlichen Vorgaben in Deutschland, sondern macht die Klärung von Problemen auch unnötig umständlich. Dies ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass dem Verkäufer das Wohl und die Zufriedenheit der Kunden ziemlich egal ist.

Werbung durch Influencer

Die Freeplay sind derzeit in aller Munde. Das liegt vor allem daran, dass diverse Influencer auf ihren Social-Media-Kanälen für das Produkt geworben haben. Und genau das ist es eben auch: Werbung. Bezahlte Werbung, häufig begleitet von einem Script, das die Influencer runterrattern, um das Produkt in den Himmel zu loben. Also keine echte Meinung, keine echte Empfehlung.

Das ist das Erschreckende und das Problem des aktuellen Influencer-Booms. Sie machen viel Werbung, achten oft nicht auf die Qualität der Produkte, sondern nur auf eine gute Bezahlung und bewerben so am Ende des Tages minderwertigen China-Schrott wie eben die Freeplay Ohrhörer. Die Fans folgen den Empfehlungen und geben das hart verdiente Geld für unsinnige und schlechte Produkte aus.

Kundenerfahrungen mit den Freeplay Kopfhörern

Schaut man sich hingegen im Internet nach nicht gekaufen Meinungen rund um die Freeplay um, finden sich viele negative Berichte. Häufig wird eine sehr lange Lieferzeit kritisiert – wenn die Produkte überhaupt ankommen.

freeplay kopfhörer erfahrungen
Quelle: https://www.kleiderkreisel.de/foren/netzwelt-and-technik/4292422-kabellose-kopfhorer-freeplay

Auch mit der Qualität der Produkte sind viele Kunden absolut nicht zufrieden. Gleiches gilt für den Kundenservice und das Rückgaberecht, was beides ebenfalls sehr kundenunfreundlich ist. Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Freeplay Ohrhörer, die am Ende ein unseriöses und überteuertes Produkt sind – trotz der vielen Influencer-Empfehlungen.

Auch der Verbraucherschutz rät von einem Kauf ab. „Wir haben den Verdacht, dass es sich hier um einen unseriösen Onlineshop handelt, da sich dieser nicht an deutsche Rechtsnormen hält.“

Freeplay Kopfhörer Bedienungsanleitung

Der Anbieter hat eine Gebrauchsanweisung für die Freeplay Kopfhörer auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Allerdings ist diese nicht nur in schlechtem Deutsch verfasst, sondern auch nicht wirklich umfangreich. Gerade bei Problemen dürfte sie kaum hilfreich sein.

Freeplay Kopfhörer kaufen

Wer die Freeplay dennoch kaufen möchte, kann dies ausschließlich über die offizielle Webseite tun. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt angeblich bei 105 Euro. Derzeit werden die Freeplay Kopfhörer aber mit einem Rabatt für „nur“ 65 Euro verkauft.

Allerdings ist auch das noch deutlich überteuert, denn die gleichen Ohrhörer ohne „Markennamen“ gibt es in diversen China-Shops für weniger als 10 Euro. Versandkosten fallen immerhin keine an. Wenn Sie sich für AirPods Alternativen interessieren, dann lesen Sie doch gerne unseren Beitrag „baaboo AirPhones im Check ᐅ Was taugen die Bluetooth Kopfhörer?“.

Fragen & Antworten

Sollten noch nicht alle Ihre Fragen rund um die Freeplay Kopfhörer beantwortet sein, werden Sie bestimmt in unserem abschließendem FAQ-Bereich fündig.

Wie schicke ich die Freeplay Kopfhörer wieder zurück?

Wer die Freeplay zurückgeben möchte, kann dies nur im ungeöffneten Zustand, sprich mit heilem Siegel, tun. Das Testen der Qualität des Produktes, bei Ohrhörern durchaus ein wichtiger Punkt, ist so nicht möglich. Die Rücksendung ist binnen 14 Tagen möglich, die Kosten hierfür müssen Sie selbst tragen. Da die Retoure nach China geschickt werden muss, sind die Rücksendekosten ziemlich hoch.

Der Verkäufer verspricht, dass bei eingehaltenen Rücksendebedingungen eine Rückerstattung binnen 7 Tagen erfolgen soll. An diesen Voraussetzungen dürften aber bereits die meisten scheitern.

Wie verbinde ich die Kopfhörer mit meinem Smartphone?

Auch wenn der Verkäufer in der Gebrauchsanweisung auf der Webseite zwischen iPhone und Nicht-iPhone unterscheidet, läuft der Kopplungsvorgang bei allen Smartphones und sonstigen Bluetooth-Geräten gleich ab.

Zunächst müssen die Bluetooth-Einstellungen aufgerufen und die Suche nach neuen Geräten gestartet werden. Danach soll der Knopf auf der Rückseite des Gehäuses gedrückt werden. Ein rotes Licht leuchtet auf. Nun müssen Sie die in der Box steckenden Ohrhörer herausnehmen. Sie blinken rot und blau und zeigen so an, dass sie bereit für das „Pairing“ sind. Auf dem Display des Smartphones oder sonstigen Gerätes sollte nun erscheinen, dass die „i12“ gefunden wurden. Danach folgen Sie einfach den weiteren Anweisungen auf dem Bildschirm.

Die Kopplung ist, wie bei allen Bluetooth-Produkten, recht einfach. Im Falle von Problemen kann ein Blick in die allerdings recht rudimentäre Bedienungsanleitung helfen, die auch auf der Webseite des Verkäufers zu finden ist.

Handelt es sich bei Freeplay um eine Fake-Shop?

Unserer Meinung nach handelt es sich bei Freeplay um einen Fake-Shop. Es gibt zwar Kunden, die die Kopfhörer auch tatsächlich zugestellt bekommen haben. Allerdings ist das Produkt maßlos überteuert und das Auftreten des Anbieters wenig seriös. Mit dieser Meinung stehen wir nicht alleine da. Unter anderem urteilt auch die Webseite Verbraucherschutz.com so.

Gibt es die Kopfhörer auch bei Amazon?

Nein, die „Original“ Freeplay Kopfhörer sind nicht bei Amazon, sondern nur direkt im offiziellen Shop erhältlich. Allerdings gibt es bei Amazon verschiedene andere Kopfhörer in der Preisklasse, die nach unseren Erfahrungen deutlich wertiger und besser sind.

Welche Farben sind erhältlich?

Die Freeplay Kopfhörer gibt es neben der Farbe Weiß, die stark an die AirPods von Apple erinnert, auch in Schwarz sowie Pink. Der Preis ändert sich nicht.

Unsere Bewertung

Leider gibt es immer mehr Fake-Produkte im Internet. Bei Kopfhörern haben diese bereits fast schon Tradition. Hierzu zählen auch die recht neu auf dem Markt befindlichen Freeplay. Wir raten dringend vom Kauf ab, da das Produkt nicht nur vollkommen überteuert ist, sondern auch der Verkäufer sehr unseriös wirkt.

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