Endstation Flüchtlingslager?

Mainz (ots) – Zwei Dokumentationen über das Lager Moria und die Menschen, die sich für die dort Untergebrachten einsetzen, am Mittwoch, 5. Mai 2021, ab 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

Mit „betrifft: Die Engel von Moria – Endstation Flüchtlingslager?“ und „Angeschossen und abgeschoben – Moria: Ein deutscher Arzt klagt an“ zeigt das SWR Fernsehen am Mittwoch, 5. Mai 2021, ab 20:15 Uhr zwei Dokumentationen über die prekäre Situation in dem Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos.

„Wie verzweifelt muss man sein, um seinem Kind so eine Schwimmweste anzuziehen? Das sollte sich jeder Vater, jede Mutter mal fragen“, so Alea Horst, selbst Mutter zweier Kinder. Vor ihr liegen riesige Berge von Rettungswesten – Westen von Menschen, die mit dem Schlauchboot nach Lesbos geflohen sind. 40 Prozent von ihnen sind Kinder.

Viele verzweifeln an der Hoffnungslosigkeit im Lager

Dass die Menschen in Moria menschenwürdig behandelt werden, dafür setzt sich Alea Horst ein, seit sie zum ersten Mal auf der griechischen Insel als Nothelferin war. In der Physiotherapeutin Fabiola Velasquez hat sie dort eine engagierte Mitstreiterin gefunden. „Viele riskieren auf der Flucht ihr Leben“, sagt sie, „und wenn sie Europa erreichen, kommen sie in ein gefängnisähnliches Lager – hoher Stacheldraht, überall Polizei. Unbeheizte Zelte und Baracken, ewigen Schlangen beim Essen, miserable Hygienebedingungen.“ Fabiola lebt auf Lesbos und ist täglich in Kontakt mit den Betroffenen. Sie bekommt mit, wie manche über die Jahre des sinnlosen Wartens an der Hoffnungslosigkeit zugrunde gehen. Dazu gehören auch Kinder.

Auch Kinder gelten als selbstmordgefährdet

49 Kinder aus dem Lager wurden 2020 von der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ als selbstmordgefährdet eingestuft. „Das wird bewusst in Kauf genommen von den Verantwortlichen –

eine politische Wahl“, so die Psychologin Katrin Glatz-Brubakk. Nachdem das Flüchtlingslager Moria im Sommer 2020 abgebrannt war, hofften viele auf einen Neustart. Das neu aufgebaute Lager empfinden manche als noch trostloser als das alte. Die „betrifft“-Reportage „Die Engel von Moria – Endstation Flüchtlingslager?“ begleitet Alea Horst und Fabiola Velasquez bei ihrem Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit in den Flüchtlingslagern. Ist ihre Arbeit ein Tropfen auf den heißen Stein?

Einsatz für kriegsversehrten Flüchtling

Der Arzt Gerhard Trabert aus Mainz konnte sich bei seinen zahlreichen Aufenthalten auf Lesbos ein Bild von der katastrophalen Situation machen. Um Abdulkarim macht er sich große Sorgen. Der junge Syrer ist durch eine Kriegsverletzung querschnittgelähmt, kann sich kaum ohne fremde Hilfe bewegen. „Dass solche Menschen in Europa unter solchen Bedingungen leben müssen ist eine Schande“, sagt Trabert. Als Abdulkarim im Schlaf von einer Ratte gebissen wird, sendet Fabiola Velasquez, eine Mitstreiterin Traberts, per Videobotschaft einen dramatischen Hilferuf: „Ihr Leute, die ihr das sehr, ihr Politiker in Europa – bitte tut etwas!“

Dr. Gerhard Trabert und seine Mitstreiter*innen wollen helfen

Gerhard Trabert fliegt ein weiteres Mal nach Lesbos und möchte Abdulkarim am liebsten gleich mit zurück nehmen in seine Heimatstadt Mainz. Immerhin: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat ihm persönlich ihre Unterstützung zugesichert. Aber er weiß auch: Das allein reicht in diesem Fall nicht aus. Der Film begleitet Gerhard Trabert und seine Mitstreiterin Fabiola Velasquez beim Kampf um Abdulkarim. Er träumt von einem Neuanfang in Deutschland, möchte wieder arbeiten, will endlich wieder eine Perspektive. Er kommt aus einer Steinmetzfamilie und würde am liebsten wieder in diesem Beruf arbeiten. Da er für seine Arbeit vor allem Arme und Hände benötigt, hätte er trotz seiner starken Behinderung durchaus gute Chancen auf einen Job und ein neues Leben in Deutschland.

Programmtipp

„Betrifft: Die Engel von Moria – Endstation Flüchtlingslager?“ sowie „Angeschossen und abgeschoben – Moria: Ein deutscher Arzt klagt an“ am Mittwoch, 5. Mai 2021, um 20:15 bzw. 21 Uhr im SWR Fernsehen. Danach sind die Filme für zwölf Monate in der ARD-Mediathek abrufbar unter ardmediathek.de

Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links unter: http://swr.li/schwerpunkt-fluechtlingslager-moria

Newsletter „SWR vernetzt“: http://x.swr.de/s/swrvernetztnewsletter

Außerdem auf dem SWR Doku-Kanal bei Youtube unter www.youtube.com/swrdoku

Fotos über www.ARD-Foto.de

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Quelle: ots

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